Nur, was mache ich, wenn ich in eine Mutter-Kind-Heim gehen muss und gar nicht so wirklich weiss, wie ich mich verhalten soll.

Hier ein paar Tips für Euch:

Tips für Mütter und Väter, die in einer Mutter-Kind-Einrichtung sind:

  1. Warum muss ich ein Tagebuch führen? Warum soll ich mir Notizen machen?

Notizen machen!!! Tagebuch führen!!!! In drei Wochen wisst Ihr nämlich nicht mehr so genau, was und wie genau war. Wenn es nämlich drauf ankommt, dann habt Ihr alles nicht im Kopf aber in Eurem Notizheft. Wenn im schlimmsten Falle Ihr vor Gericht seid wegen Sorgerecht oder aber auch was anderes und der Richter will von Euch genau wissen, was und wie es wann war, könnt Ihr dem Richter alle Eure Notizen zur Verfügung stellen, wenn der Richter das möchte.

Macht Euch über alles Notizen. Am besten eine Liste wie diese hier; dies ist nur ein Beispiel:

Datum:

Ort:

Wer war anwesend und hat was gesagt?:

Was ist passiert?:

Bemerkungen/Gefühle/Verletzungen:

Hier ein Beispiel:


Datum: 28.06.2020

Ort: Mutter-Kind-Einrichtung sowieso-Name Frau Müller kam zu mir (Vater Schulz) in mein Zimmer rein, hatte vorher zwei mal geklopft und sagte, ich solle die Milchflasche vom Baby in die rechte Hand nehmen und nicht linke Hand

Was war passiert: Zuvor hatte beispielsweise das Baby Blähungen und schrie sehr laut und drei Minuten lang. Die Flasche war gerade fertig als die pädagogische Fachkraft das Zimmer betrat…

Bemerkungen/Gefühle/Verletzungen: Ich fühlte mich gestört, weil ich gerade das Füttern mit meinem Baby so genossen habe und in aller Ruhe und Frieden das Baby sass. Sie störte in dem Augenblick

Und hier ein weiteres Beispiel:


Datum: 28.06.2020 Mutter-Kind-Einrichtung sowieso-

Ort: Kinderspielzimmer Wir waren im Kinderspielzimmer, unsere Tochter drei Jahre alt spielte grad so schön, als ein anderes Kind Ihr die Puppe aus der Hand riss.

Was ist/war passiert: Dann kam Frau Müller und sagte, ich solle meinem Kind sagen: „Lass nicht dir alles gefallen.“ Ein Kind hat einem anderen Kind die Puppe weggenommen Kind drei Jahre war traurig, Frau Müller war belehrend usw..

Muss ich solch eine Liste führen?

Natürlich müsst Ihr diese Liste nicht machen. Ihr könnt Euch auch einen Kalender kaufen und Euch jeden Tag, beispielsweise jeden Abend, schreibt Ihr Euch auf, was und wie es gelaufen ist.

  1. Warum soll ich mir die Kontaktdaten von den anderen Müttern oder Vätern geben lassen?

In den Mütter-Vater-Kind-Einrichtungen sind andere Mütter und Väter. Lasst Euch die Kontaktdaten von den anderen Betroffenen geben. Telefonnummern und Emailadressen. Falls es drauf ankommt, habt Ihr immer einen Zeugen.

Manchmal entstehen auch Freundschaften, die ein Leben lang halten. Das ist das Schöne daran. Aber auch wenn Ihr nicht so tiefe Freundschaften entwickelt habt, solltet Ihr dennoch Telefonnummern und Email-Adressen austauschen.

  1. Muss ich jeden Tag unser Zimmer putzen?

Ja! Auch wenn Euch das dort niemand sagt. Haltet Eure eigenen Räume IMMER sauber. Natürlich solltet Ihr die Gemeinschaftsräume auch sauber hinterlassen.

Und nochmals: Haltet Eure Umgebung stets sauber.

  1. Darf ich denn gar nichts im Heim sagen?

Natürlich, aber: Hört mehr zu, als dass Ihr selber redet!!! Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

  1. Was mache ich denn, wenn ein Hilfeplangespräch in der Einrichtung stattfinden wird?

Nimmt Zeugen mit zum HPG-Gespräch mit dem Jugendamt und führt ein Protokoll. Nach dem Gespräch macht Ihr eine Fotokopie von Eurem Protokoll und schickt es der Heimleitung sowie dem Jugendamt.

  1. Darf ich denn gar nicht an meinem Handy spielen?

Finger weg vom Handy, würde ich sagen. Erstens, es ist äusserst unhöflich, wenn jemand mit Euch spricht und Ihr starrt auch Euer Smartphone und zweitens kann man Euch später den Vorwurf machen, dass Ihr mehr am Handy seid, als dass Ihr Euch um Eure Kinder kümmert.

  1. Darf ich unsere Bilder mit unseren Kindern auf Facebook posten?

Ich rate davon ab. Ich denke dort wie die Polizei. Kinderfotos und Videos gehören nicht ins Internet.

Auch gilt: Postet einfach nicht alles, was Ihr denkt auf Facebook. Es gibt in Deutschland die Meinungsfreiheit, die gilt aber nicht für die, die unter Beobachtung stehen, ist meine Meinung.

  1. Darf ich das Gesprochene aufnehmen?

Nein, nicht ohne Genehmigung eine Tonbandaufnahme machen.

Heimliche Tonbandaufnahmen – Finger weg!

  1. Darf ich Kontakt zu meinen Freunden/innen halten, die nicht in der Mutter-Kind-Einrichtung leben?

Ja natürlich. Mein Tip aber: Erzählt denen möglichst nicht alles. Ich würde eher zur Zurückhaltung raten. Ihr wisst nicht, was mit diesen Informationen passiert. Hier gilt: Vertrauen ist gut, Schweigen noch besser. Wenn Ihr das Bedürfnis habt zu reden, rate ich definitiv zu der Telefonseelsorge, Telefonnummern, Chatten oder Emailen.

  1. Werde ich in einer Einrichtung immer beobachtet?

Ja! Also es ist so, als ob Ihr bei Big-Brother seid. Es hängen in diesen Einrichtungen zwar nicht überall Cameras aber es ist so, dass die Mitarbeiter/Innen dazu verpflichtet sind Protokolle zu führen. Diese Protokolle sind für den Ablauf auch wichtig, wie beispielsweise für die Übergabe bei Schichtwechsel.

Und noch was, was ich Euch hier mitgeben möchte: Vertraut auf Allah/Gott. Denn Gott hat Euch dieses Kind, die Kinder geschenkt.